Mühlen Modellbau
 

Modell einer holländischen Schnupftabak Mühle aus dem Jahr 1766.

Beschreibung ◊ Details des Modells ◊ Weitere Projekte ◊   

Mühlen Startseite ◊ Impressum ◊ Home ◊ shop ◊   

     
 

Details des
Modells

Der Rumpf
Die Verkleidung
Das Mahlwerk
Die Kappe
Die Flügel









Bücher über
Windmühlen


Historische Mühlen 
	  und ihre Technik. Künstlerische und technische Zeichnungen (Gebundene Ausgabe) Rüdiger Hagen
ansehen / bestellen

Die schönsten deutschen Wind- und Wassermühlen in ihren historischen Eigenarten werden mit detaillierten und maßstabsgerechten Zeichnungen der jeweils auf den Typ bezogenen Mahlwerke und technischen Ausstattungen in farbiger Ausführung dargestellt.



















Bücher über
altes Handwerk


Vergessene Künste. 
	  Bilder vom alten Handwerk (Gebundene Ausgabe) von John Seymour
ansehen / bestellen

Vergessene Künste. Bilder vom alten Handwerk.
Das dritte Buch des bekannten Autors John Seymour über die traditionsreichen, fast schon vergessenen bäuerlichen Handwerke.























Maurer- Maler- 
	  Zimmermann. Altes Bauhandwerk (Gebundene Ausgabe) von Heinrich Mehl
ansehen / bestellen

Maurer- Maler- Zimmermann. Altes Bauhandwerk (Gebundene Ausgabe) von Heinrich Mehl
Sie prägten das Bild historischer Städte und Dörfer besonders nachdrücklich: Maurer und Steinmetz, Maler und Schlosser, Zimmermann und Dachdecker, Bautischler und Glaser. Der Leser erfährt vom Tagesablauf der Maurer und den Techniken der Maler, er lernt wichtige Ziegeleien und Zimmermanns- werkstätten im Land kennen. Er erlebt, wie ein Reetdach entsteht und welche Möbel der Tischler baut. Durch das reiche Foto- und Bildmaterial wird die alte, nostalgische Welt des Handwerks wieder zum Leben erweckt.

 

Details des Modells der Windmühle im Vergleich zu Orginalen
 

Der Windmühlenrumpf am Modell:

Für größere Ansicht auf das Bild klicken! Für größere Ansicht auf das Bild klicken! Für größere Ansicht auf die Bilder klicken!

Zur Grundkonstruktion des achteckigen Mühlenkörpers lagen dem Bausatz zwei vorgestanzte Bodenplatten für den Steinboden und das erste Geschoss bei, die mit schmalen Holzleisten beplankt wurden. Die Bretter des zweiten Geschosses und des Kappbodens liegen wie im Original nur auf einem Kreuzverband, der immer zwei nebeneinander stehende Säulen durch Spannriegel miteinander verbindet. Das Ständerwerk wurde aus Vierkantleisten verschiedener Stärken und Bearbeitungsgrade erstellt. Der Rumpfbau fand seinen Abschluss in der Fertigstellung des Rollenkranzes unterhalb der Kappe.

Die Rollen sind dabei mit halbrunden Hölzern lediglich angedeutet, was der Funktion im Modell jedoch nicht schadet. Entgegen den Vorstellungen des Herstellers, war von Baubeginn an vorgesehen, die Mühle teilweise mit einer Verkleidung zu versehen. Daher wurde das Ständerwerk nicht farblich gestaltet. Lediglich die beweglichen Bauteile im Inneren der Mühle, wie Flügelwelle, Königswelle, Mahlgang etc. wurden gebeizt oder gestrichen, um den Charakter eines Konstruktions– Modells zu erhalten.

Daher wurde auch die Lattung zur Befestigung des Reet am Oberbau des Mühlenkörpers an den fünf unverkleideten Seiten weggelassen.Modell Windmüle, Foto: Reulen Der Focus des Modells liegt eindeutig in der Wiedergabe der Funktion und der Technik einer typischen Industriemühle. Um die Größen zu verdeutlichen, sind drei Figuren im Maßstab des Modells (ca. 1:44) an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen "Aufgaben" betraut.

Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl
Mühlenneubau 2006: "Het Jonge Schaap" durch den Verein "De Zaansche Molen" Fotos von www.industriemolens.nl

Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl
Eine Mühlenbaustelle, Aufriss der Mühle

Während des Rumpfbaus mussten schon Teile des Mahlgangs mit gebaut werden, da diese Stellen später nicht mehr zugänglich waren.

Die Verkleidung der Windmühle:

Drei der acht Seiten des Modells wurden verkleidet. Vom Boden bis zur Mitte des Rumpfes wurde eine Verbretterung in Klinkerbauweise angebracht, ab dem sich stärker verjüngenden Teil des Oberbau bis zum Für größere Ansicht auf das Bild klicken!

Bild anklicken für größere Ansicht!

Rollkranz wurde eine Schilfabdeckung nachgebildet. Das Schilf wurde durch kleine Bündel von Schweineborsten angefertigt. Diese Bündel wurden auf Reihen von Latten zwischen den Säulen gebunden und mit Weißleim fixiert. Anschließend wurde das "Schilf" mit einem Bartschneider in Form geschoren.

Die Bretter am Unterbau der Windmühle wurden von unten beginnend überlappend direkt auf den Ständern angebracht. Auf eine Nagelung wurde im Modell verzichtet, da diese durch Klinkerbauweise nicht sichtbar ist. Alle Bretter wurden auf den Säulen und miteinander verleimt. Für größere Ansicht auf das Bild klicken!

Bild anklicken für größere Ansicht

Vorher wurden die Innenseiten dunkel gebeizt. Die Außenseiten wurden anschließend grün gestrichen, dem Farbschema der Mühlen an der Zaan folgend. Die Trennlinie zwischen dunkel– und mittelgrün entspricht der Geschossdecke des Steinbodens.

Original Windmüle, Fotos: www.industrimolens.nl Original Windmüle, Fotos: www.industrimolens.nl
Geklinkerte Holzbeplankung

Die Bretter der Verkleidung erhielten einen Schutzanstrich aus eingefärbtem Teer oder Öl und waren so über Jahre haltbar. Die Reet– oder Schilfeindeckung der Mühle hielt etwa 20 — 25 Jahre.

Original Windmüle, Fotos: www.industrimolens.nl Original Windmüle, Fotos: www.industrimolens.nl
Reetverkleidung des Oberbaus

Original Windmüle, Fotos: www.industrimolens.nl
Arbeiten am Reet der Kappe
von "Het Jonge Schaap"

Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl
Für größere Ansicht auf das Bild klicken!

Schilf war in den Niederlanden mit seinen Feuchtgebieten ein preiswerter Baustoff. Man bringt große Bündel am untersten Sparren an und arbeit sich dann bis zum Giebel hinauf. Die einzelnen Lagen werden durch Weidenruten oder Eisendraht gehalten.

Mühlsteine und Läufer am Modell:

Für größere Ansicht auf das Bild klicken!
Für eine größere Ansicht auf die Bilder klicken!

Dem Bausatz lagen vorgefertigte Holzscheiben für die Mühlsteine bei. Aus Holzscheiben, Rundhölzern und Vierkantleisten wurden die Zahnräder zusammengesetzt und dann an den entsprechenden Stellen nach Plan auf den Achsen montiert.

Räderwerk einer Windmühle
Räderwerk am Mahlgang

Damit die Zahnräder ineinander greifen können, musste die Position der Achsen bei der Montage genau eingehalten werden.

Teilweise wurden noch einzelne Zähne, der Drehrichtung der Achsen entsprechend, nachgeschliffen.

Die beiden Mahlwerke bestehen aus je zwei vertikalen Laufsteinen ("Läufer"), die in einem rechteckigen Rahmen montiert sind. Dieser Rahmen ist um eine senkrechte Achse Modell Windmüle, Foto: Reulen angeordnet, die in der Mitte des liegenden Mühlsteins ruht. Sie wird über ein großes , waagerechtes Zahnrad angetrieben, das selbst wieder vom Gegenrad auf der Mahlwerk– Antriebswelle angetrieben wird.

Durch die Drehrichtung der Flügel ergibt sich eine Drehung der Laufsteine mit dem Uhrzeigersinn. Modell Windmüle, Foto: Reulen

Bild anklicken für größere Ansicht!

Die Zähne der unterschiedlichen Räder mussten sehr genau auf einander "einlaufen". Der Bauabschnitt verlangte viel Geduld und sehr große Sorgfalt, da alles funktionieren sollte.

Im Original ist um den liegenden Mühlstein in der Regel eine Art Kragen oder Rinne mit Rand angebracht, in dem das Mahlgut aufgefangen und abgefüllt wird. Auch wurden die Läufer häufig farbig bemalt, wie auf den Fotos zu sehen ist.

Original Windmüle, Fotos: www.zaansemolens.nl Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl
Läufer einer Ölmühle im Freilichtmuseum Zaans Schans (li.) und einer Kreidemühle.

Der Übersichtlichkeit halber, wurde im Modell darauf verzichtet. Die Läufer sind lediglich grau bemalt, um sie als Steine zu charakterisieren.

Modell Windmüle, Läufer Fotos: Reulen
Bild anklicken für größere Ansicht!

Die Kappe der Windmühle mit Kammrad und Bremse:

Anders als bei den Windrädern unserer Zeit, mussten die Flügel der alten Windmühlen durch eine Bremse zum Stillstand oder auf die angemessene Drehzahl gebracht werden. Diese Bremse war ein Ring aus einzelnen Holzsegmenten, welcher entweder um einen Teil des Radumfanges oder vollständig um das Kammrad griff. Ein Ende dieses Pressringes sass an einem Fugbalken fest, während das andere Ende an eisernen Schienen beweglich gelagert, durch eine Kette mit dem Pressbalken so verbunden war, dass sich der Ring in Drehrichtung des Kammrad um dieses zuziehen konnte.

Funktionsweise der Kammrad Bremse
Funktionsweise der Kammrad Bremse

Die Kappe, oder auch Haube, der Windmühle war also das Steuerungszentrum der Mühle. Die Funktion der Bremse wurde mittels Hebeln und Seilzügen von der Galerie aus bedient. Bei späteren Konstruktionen war die Steuerung dann auch vom Inneren der Mühle aus möglich, besonders nach dem Aufkommen der neuen Jalousieflügel, deren Klappen durch einen Mechanismus im Flügelkopf verstellt werden konnten.

 Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken! 
Für größere Ansicht auf das Bild klicken!

Im Modell wurde ein Pressring dargestellt, der nur um die oberen zwei Drittel des Kammrades greift, da im Baukasten keine Bremse vorgesehen war und der Platz zwischen Kammrad und Fugbalken keinen vollständigen Ring erlaubte. Modell Windmüle, Foto: Reulen

Bild anklicken für größere Ansicht!

Die Funktion im Modell entspricht dem Original: Durch Zug am Hebel mittels eines einfachen Flaschenzuges von der Galerie aus, wird Modell Windmüle, Foto: Reulen der Bremsbalken, dessen Gewicht die Bremse betätigt, angehoben und die Bremse lässt das Kammrad los. Das lose Ende des Flaschenzuges wurde an einem geeigneten Haken am unteren Ende des Steertbalkens belegt. So konnte bei gelöster Bremse die Kappe ohne Probleme in den Wind gedreht werden.

Zeichnung Kappe Um im Modell die Bremse funktionstüchtig zu gestalten, musste das Gewicht des Bremsbalken erhöht werden. Bei der maßstäblichen Verkleinerung verändert sich ja nicht die Dichte des Materials, so dass mit einigen Bleikügelchen im Inneren des Balkens ein Ausgleich geschaffen werden musste.

Die Fugbalken der Kappe ruhen direkt auf dem aus Eichenholz gefertigten Oberring.

Auf diesen Fugbalken liegt der große vordere Windbalken und der kleine hintere Wellbalken. In der Mitte liegt ein kleiner Balken mit einem Zapflager zur Aufnahme der Königswelle.

Original Windmüle, Fotos: www.industriemolens.nl Original Windmüle, Fotos: www.zaanseemolens.nl
Innere der Kappe im Original, Blick auf das Kammrad von der Steertseite

Grundstruktur der Windmühlenkappe
Schematische Darstellung der
Grundstruktur der Windmühlenkappe

Der kleine Schwertbalken liegt hinter, der große Schwertbalken im oder vor dem Drehpunkt der Kappe. An diesen sind an den äußeren Enden die Strebbalken (oder Schwertruten) befestigt, welche mit dem unteren Ende des Steert verbunden sind, mit dem man die Kappe dreht.

 Modell Windmüle, Fotos: Reulen 
Bild anklicken für größere Ansicht!

An beiden Seiten der Fugbalken sind die Stichbalken auf den Oberring "gekämmt", welche durch den Spannring zusammengehlten werden. Auf diesem ruht dann die Dachunterkonstruktion für die Kappe.

Die Flügel der Windmühle:

Flügel der Windmühle
Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken!

Flügel der Windmühle
Für größere Ansicht auf das Bild klicken!

Das eingerollte Segel wird durch die Saumlatten gesteckt und an den Scheiden angebunden. Die obere Ecke wird an der nächsten Rute mit angebunden.

Flügel der Windmühle
Für größere Ansicht auf das Bild klicken!

Flügel der Windmühle
Schematische Darstellung der Flügelwelle

Die Flügel sind das technische Kernstück der Windmühle. Sie sind keinesfalls lediglich flache Gitter. Vielmehr sind sie aerodynamische Gebilde, die eine elegant geschwungene Form aufweisen. Wegen der größeren Geschwindigkeit an den Flügelspitzen, muss sich die Schiefe der dem Wind zugewandten Seite zwangsläufig verringern.

Je zwei Flügelbäume, auch Ruten genannt, bilden ein Flügelpaar. Die Ruten sind im Kopf der Flügelwelle voreinander angeordnet. Man nennt das vordere Paar die Feld–, das hintere die Hausrute. Die zur Welle rechtwinklige Ebene, in der sich die Flügel drehen, heisst Windebene. Alles was davor liegt nennt man "vor dem Wind", was dahinter liegt "unter dem Wind".

In der Rute stecken in einem Abstand von 40cm — 45cm so genannte Scheiden, die der aeorodynamischen Form in einem Bogen folgen. Parallel zur Rute sind daran die Saumlatten und Folgelatten befestigt, die verhindern, dass sich das Segel zu tief eindrückt. Die Vorderkante des Flügels bildet das Windbrett. Die Scheiden und Saumlatten des Modells sind maßstäblich zu dick, was aber wegen der notwendigen Stabilität im Modell nicht vermeidbar war.

Die Segel selbst sind aus Segeltuch gefertigt, ähnlich einem Schiffsegel mit einem Schutzanstrich versehen und einem Liektau eingefasst. Es wird an der Vorderkante mit dem Liektau in Knaggen an der Rute eingehakt, an der Hinterkante mit Leinen angebunden, welche über die, die Saumlatte überragenden Scheidenenden geworfen werden. Je nach Stärke des Windes muss das Segel verkleinert, bzw. eingebunden, werden.

Das Modell zeigt drei verschiedene Zustände: An zwei Flügeln das voll entrollte Segel, an einem Flügel ein um Drittel verkleinertes und an einem Flügel ein zur Hälfte eingerolltes Segel.
Die Modell – Segel wurden aus Nesselstoff genäht, mit einem Liektau eingefasst und mit Tee etwas "gealtert".

Für eine gleichmäßige Drehung der Flügel, war es erforderlich, dass die Ruten und Scheiden ein gleiches Gewicht hatten. Dazu wurden sie mit der Lehre vermessen.

Flügel Foto: www.zaansemolen.nl
Flügelneubau Verein "De Zaansche Molen" Fotos von www.zaansemolens.nl

Flügelkopf der Windmühle
Kopf der Flügelwelle mit Feld- und Hausrute

Flügel der Windmühle
Kopf der Flügelwelle, die Öffnungen nehmen die Ruten auf.

Flügel der Windmühle Foto: www.zaansemolen.nl
Voll besegelte Windmühle. Die Flügel drehen sich aus der Sicht des Müllers (Unter dem Wind!) mit dem Uhrzeigersinn.

Valid CSS!

Valid HTML 4.01


     

   © 2006 by Georg Reulen •  modellbau@reulen.de   www.reulen.de