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Beschreibung des Modells der Windmühle, der Vorbilder und der Herstellung des Schnupftabak |
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Das Modell der Windmühle
ist aus Holz, bis zum First der Kappe 38cm hoch und zeigt eine typische Galerieholländermühe mit achteckigem Grundriss.
Der Durchmesser der beiden Flügelpaare beträgt 44 cm, die Höhe bis zur Flügelwelle 38cm. Der Boden der Galerie
liegt 13,5cm über dem Boden des Unterbaus, bei einem Durchmesser von 35cm.
Der Unterbau ist an der tiefsten Stelle 21cm breit, der Drehkranz der Kappe hat noch 12cm Durchmesser. Der Maßstab ist ca. 1:44.
Erstellt wurde das Modell in der Zeit von 2004 bis 2006 aus einem Bausatz der Firma "Authentic Shipmodels
Amsterdam" aus den 1980er Jahren. Dem Modell liegt, trotz der Jahresangabe 1766, wohl keine konkrete Windmühle zu Grunde.
Vielmehr sollte der Typ der Schnupftabakmühle mit stehenden Mühlsteinen (Läufer) dargestellt werden,
wie er in Nord Holland an der Zaan häufig anzutreffen war.
Das Modell war als Konstruktionsmodell ohne jede Verkleidung konzipiert.
Dem Bausatz lag jedoch ausreichend Material bei,
sowie eine kurze Beschreibung der geklinkerten Beplankung des Unterbaus und des mit Reet oder Schilf gedeckten Oberteils
der Windmühle. Die Verkleidung wurde nur auf drei der acht Seiten angebracht, um den Blick ins Innere der Mühle
freizugeben. Das Schilf wurde mit Hilfe von ca. 350 kleinen Bündeln aus Schweineborsten dargestellt. Die Kappe hat
ein geteertes Dach.

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Schnupftabakmühlen und Schnupftabak
In der viersprachigen (NL/GB/D/F) Bauanleitung schreibt der Hersteller zur Geschichte der Vorbilder:
Als, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das Schnupfen von Tabakpulver, in allerhand Arten und Duftnoten, in
ganz Europa immer beliebter wurde, und zwar besonders in den "höheren Kreisen" und bei den wohlhabenden
Bürgern, da konnten die Apotheker — von alters her die Lieferanten von Tabakerzeugnissen — der Nachfrage nicht mehr
nachkommen. Das Tabakzermahlen in Handmörsern ging viel zu langsam, also versuchte man es mit Hilfe von Wind und
Wasser. Hier gab es gute Chancen für die Holländer:
Wind gab es fast immer und außerdem besaßen die Holländer durch ihre mächtigen Handelsflotten der
vereinigten Ostindischen und der Westindischen Handelsgesellschaften seit dem 17. Jahrhundert praktisch ein Welthandels–
und Transportmonopol für tropische Erzeugnisse. Als logische Folge dessen entwickelte sich in Holland eine Industrie,
in der alle diese Rohstoffe und Produkte bearbeitet bzw. verarbeitet wurden. Eine Entwicklung, in der die ständig
verbesserten Industriewindmühlen eine immer wichtigere Rolle spielten. Durch Segelschiffe und durch die
Windmühlen füllten sich die Geldbeutel der holländischen Bürger.
Auch der Schnupftabak wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts in vielen meist kleinen Windmühlen hergestellt. Diese
Mühlen zermahlten den aus Südamerika stammenden Tabak. Besonders an der Zaan waren viele Schnupftabakmühlen
in vollem Betrieb. Der dort produzierte Schnupftabak ließ nicht nur die Niederländer niesen, sondern wurde auch
zu einem wichtigen Exportartikel. Von diesem Export profitierten ebenfalls die Töpfer in Delft, wo man besonders
schöne Schnupftabakdosen und Tabakstöpfe aus dem berühmten "Delftsblauw" produzierte. Auch diese
Erzeugnisse fanden Ihren Weg in ferne Länder.

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Windmühlen an der Zaan
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Der HerstellungsprozessDie erste Phase der
eigentlichen Schnupftabakherstellung bestand aus dem Zerkleinern der Tabakblätter und
der Stängel, die — stark zusammengepresst — in Fässern angeliefert wurden. Dies aber erst, nachdem eine große
Vorbearbeitung in meistens größeren Mühlen, die daneben auch Holz zur Gewinnung von Farbpigmenten
zermahlten, stattgefunden hatte. Während dieser Vorarbeit wurden die Tabakbündel und Ballen in
der "Kapperei" in einem rotierenden Bottich von fallenden Hackmessern zerhackt.
Die zweite Bearbeitungsstufe
war die "Stampferei". In den Stampfblöcken, dicken, ausgehöhlten Klötzen aus Eichenholz,
zerkleinerten die herunterfallenden scharfen Hackmesser die Tabakmasse nochmals.
Nachdem der so zerkleinerte Tabak geschüttelt und gesiebt und evtl. abermals gestampft worden war,
wurde der Tabak schließlich zu Pulver zermahlen und zwar durch zwei umlaufende Mühlsteine,
Läufer oder Laufsteine genannt. Durch die Beimischung von Farbstoffen und aromatischen Ölen
ließen sich allerhand Schnupftabak Spezialitäten herstellen.
Billiger Schnupftabak wurde aus den Tabakstängeln hergestellt, für die teuren Sorten aber war der
so genannte "Karottentabak" der Rohstoff. Diese "Karotten" bestanden aus Tabakblättern
ohne Stängel und Rippen, die mit einer dünnen Schnur eng zusammen gebunden wurden. Diese karottenförmigen
Bündel wurden aber erst nach einem langjährigen Reifungsprozess verarbeitet. Bekannte holländische Schnupftabaksorten waren:
- Straßburger,
- St. Domingo,
- Rappé,
- Bergamot,
- Violet und
- Bon Tabac d´Hollande.
In den großen Mühlen befand sich die Kapperei und die Stampferei mit dem schweren
Stampfblock und den herunterfallenden Hackmessern, Läufer oder Laufsteine in den alten Schnupftabakmühlen.

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Die Windmühlen an der Zaan
Die Außenseiten der "Zaanse Molen" wurden traditionell in klaren Farbtönen gestrichen.
Das so genannte "Zaanse — Grün" gab es in drei Abstufungen: Dunkel–, mittel– und hellgrün.
Dabei begann man unten mit dunkelgrün und endet oben mit hellgrün. Weitere Farben waren: Weiß, schwarz, ein wenig rot und blau.
Türen, Fenster und Fensterrahmen waren weiß und rot. Der Steertbalken und die Strebebalken waren grün gestrichen, die Hirnholzflächen
rot und weiß verziert. Traditionell wurde der Windbalken in der Haube blau gestrichen, teilweise sogar mit Wolken bemalt.
Windtür, Windbretter und Saumlatten waren schwarz, die Windbrettleisten weiß. Der Flügelwellenkopf war
weiß oder grün, die Mitte häufig rot verziert. Die Galerie wurde mit braunem Teer gestrichen.
Weiterführende Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:

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